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Auslandseinsätze der Bundeswehr


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Die außenpolitisch veränderte Rolle Deutschlands nach dem Ende des Kalten Krieges berührte Kernpunkte des Selbstverständnisses der „alten“ Bundesrepublik und machte es notwendig, mit jahrzehntelang bestehenden Grundsätzen und Tabus zu brechen. Die Haltung der Bundesregierung zum Einsatz deutscher Streitkräfte wandelte sich. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl (1982-1998) bestand ein gesellschaftlicher Konsens darüber, die Bundeswehr nicht an Orten einzusetzen, an denen die Wehrmacht gewütet hatte. In den 1990er-Jahren entwickelte sich unter dem Eindruck der Ereignisse auf dem Balkan eine neue Sichtweise. Die aus der Geschichte des „Dritten Reiches“ herrührende besondere Verantwortung Deutschlands wurde nun zunehmend als Verpflichtung gedeutet, gerade dort zu intervenieren, wo Völkermord drohe oder bereits im Gange sei. Erste Einsätze in den Jahren nach der Wiedervereinigung – so etwa die deutsche Beteiligung an der Mission der Vereinten Nationen in Somalia von 1992 bis 1994 (UNOSOM) – fanden in einem Klima innenpolitischer Verunsicherung über die zukünftige sicherheitspolitische Rolle Deutschlands und unter ungeklärten rechtlichen Rahmenbedingungen statt. Erst ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 stellte klar, dass die Bundeswehr sich an Maßnahmen kollektiver Friedenssicherung beteiligen könne, wenn der Deutsche Bundestag dem zustimme.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten von Amerika begann die Bundeswehr einen Beitrag an der  International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan zu leisten. Dieser Einsatz sprengte endgültig alle Vorstellungen von der Rolle deutscher Streitkräfte aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Veränderung der sicherheitspolitischen Bedrohungslage seit dem Ende des Kalten Krieges verschaffte dem Primat des Politischen über das Militärische einen neuen Gehalt. Die von der Verfassung vorgeschriebene Billigung sämtlicher Einsätze durch den Deutschen Bundestag verlieh dem Begriff „Parlamentsarmee“ zusätzliches Gewicht. Neue Wege entstanden in der Medien- und Parteiendemokratie bezüglich der politischen Entscheidungsbildung oder mit Blick auf die zivile und militärische Kooperation (CIMIC, Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen und staatlichen Organisationen). Die rechtlichen Grundlagen mussten angeglichen werden. Das Konzept der „Inneren Führung“, das zum Ziel hat, die Streitkräfte dauerhaft in die Zivilgesellschaft  zu integrieren, war den veränderten politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Die Gesellschaft begleitete die „Staatsbürger in Uniform“ auf ihrem Weg teils mit freundlichem Desinteresse, teils mit kritischen Nachfragen nach der möglichen Militarisierung deutscher Außen- und Sicherheitspolitik. Die Wahrnehmung der „neuen“ Bundeswehr kam in Diskussionen über Totengedenken, Heldenkult, Motivation oder Einsatzfolgen (z.B. Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS), aber auch über geschlechterspezifische Rollen in den Streitkräften zum Ausdruck.


Verfassungshistorische und verfassungsrechtliche Aspekte der Auslandseinsätze(Thomas Breitwieser), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 152-165.

PDF-Download (405 KB)

Bundestag, Parlamentsarmee und Parteienstreit (Winfried Nachtwei), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 166-179.

PDF-Download (446 KB)

Regionale Anarchie in Subsahara-Afrika als internationales Problem (Volker Matthies), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 198-205.

PDF-Download (370 KB)

Militärische Intervention: Humanität oder Durchsetzung von Eigeninteressen? (Conrad Schetter), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 206-215.

PDF-Download (416 KB)

Die Praxis des zivilen Wiederaufbaus am Beispiel Afghanistan (Katja Mielke und Conrad Schetter), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 216-227.

PDF-Download (409 KB)

Deutschlands militärischer Beitrag zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus (Christian Freuding), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 238-245.

PDF-Download (365 KB)

Interkulturelle Kompetenz im Auslandseinsatz (Maren Tomforde), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 268-277.

PDF-Download (413 KB)

Einsatzarmee und Erinnerung: Gedenkkulturen in der Bundeswehr (Loretana de Libero), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 278-287.

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Historisches Gedächtnis: Die archivische Überlieferung der Auslandseinsätze (Andreas Kunz), in: Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Auslandseinsätze der Bundeswehr, Paderborn u.a. 2010, S. 288-295.

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Grenzpolizisten lernen in Masar-e Scharif Lesen und Schreiben. Foto: picture-alliance/dpa/Maurizio Gambarini