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Geschichte

Die Geschichte des Kongo war lange Zeit beeinflusst von den Sichtweisen der Kolonialära. Missionare und Kolonialbeamte betrachteten das Land unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Ausbeutung und legten in ihren Beurteilungen europäische Maßstäbe an. Darum wurden der Kongo und ganz Afrika meist als »rückständig« beschrieben. Allerdings trafen die Portugiesen 1482 auf ein hoch entwickeltes Königreich. Dieses geriet schnell in Abhängigkeit von seiner ersten Kolonialmacht. Gemeinsam mit der Missionierung begann auch die wirtschaftliche Ausbeutung der Region. Der Sklavenhandel erreichte durch den Arbeitskräftebedarf in immer neuen Kolonien schnell ein ungeahntes Ausmaß. Das Königreich Kongo wurde zum Schauplatz jener Entwicklungen, wie sie in Afrika allgemein mit dem Zeitalter des Kolonialismus einhergingen.

Nachdem das Landesinnere des Kongo durch Henry Morton Stanley für den belgischen König erforscht worden war, wurde es diesem 1885 persönlich übertragen. Leopold II. beauftragte daraufhin belgische Exportunternehmen mit der wirtschaftlichen Ausbeutung des Landes. Bei dem Versuch, maximale Gewinne zu erzielen, machten sich diese schwerer Übergriffe auf die kongolesische Bevölkerung schuldig. Auch aufgrund der öffentlichen Empörung in Europa sah sich der belgische König 1908 zum Verkauf seiner Kolonie an den belgischen Staat gezwungen. Dennoch blieben die Unternehmen, die den Abbau der Rohstoffe betrieben, dieselben. So kam es in der Folgezeit im im Land immer wieder zu Aufständen und Rebellionen, die jedoch durch die belgische Kolonialarmee jeweils brutal niedergeschlagen wurden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mündete eine Emanzipationsbewegung 1960 schließlich in die Unabhängigkeit des drittgrößten afrikanischen Staates. Machtkämpfen im ersten Jahrzehnt der Unabhängigkeit folgte die dreißig Jahre dauernde Herrschaft von Joseph Desire Mobutu. Mobutu führte das Land zu seinen afrikanischen Wurzeln zurück ("Zairisierung"), gleichzeitig beutete sein Clan dessen Rohstoffvorräte hemmunglos aus. Diese Entwicklung ist ein wesentlicher Grund für die Konflikte, die bis zum heutigen Tag eine geordnete politische Entwicklung des Kongo behindern.


Geschichtsloses Afrika? Das Königreich Kongo vor der Entdeckung durch die Portugiesen 1482 (Bernhard Chiari), in: Bernhard Chiari, Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Demokratische Republik Kongo, 3. überarbeitete Auflage, Paderborn u.a. 2008, S. 12-19


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Zeitalter der Entdeckungen: Die Portugiesen vor der Küste Westafrikas (Martin Rink), in: Bernhard Chiari, Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Demokratische Republik Kongo, 3. überarbeitete Auflage, Paderborn u.a. 2008, S. 20-27


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Deutscher Einfluss am Kongo (Wolfgang Petter), in: Bernhard Chiari, Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Demokratische Republik Kongo, 3. überarbeitete Auflage, Paderborn u.a. 2008, S. 28-37


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Kongo-Freistaat und Belgisch-Kongo: Die belgische Kolonialherrschaft 1885 bis 1960 (Dieter H. Kollmer), in: Bernhard Chiari, Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Demokratische Republik Kongo, 3. überarbeitete Auflage, Paderborn u.a. 2008, S. 38-47


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Das autoritäre Regime unter General Joseph Désiré Mobutu: Ein Symbol des Kalten Krieges (Helmut Strizek), in: Bernhard Chiari, Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Demokratische Republik Kongo, 3. überarbeitete Auflage, Paderborn u.a. 2008, S. 48-63


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Ruanda 1994: Der Hutu-Genozid und seine Auswirkungen auf Äquatorialafrika (Peter Hazdra), in: Bernhard Chiari, Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Demokratische Republik Kongo, 3. überarbeitete Auflage, Paderborn u.a. 2008, S. 64-69


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Das Kriegsgeschehen im Kongo seit 1994 (Dennis Tull), in: Bernhard Chiari, Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Demokratische Republik Kongo, 3. überarbeitete Auflage, Paderborn u.a. 2008, S. 70-77


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Bestimmte von 1965 bis 1997 die Geschicke des Kongo: Diktator Joseph Désiré Mobutu, Foto: Picture Alliance / dpa