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Am 8. August 2008 startete Georgien eine Militäroffensive gegen Südossetien. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin bewertete die georgische Militäroperation als aggressiv und kündigte Vergeltungsmaßnahmen an. Russische Truppen marschierten in Südossetien ein und lieferten sich Gefechte mit der georgischen Armee. Der russische Präsident Dmitri Medwedjew ordnete am 12. August das Ende der Militäraktion in Georgien an. Russland und Georgien einigten sich auf eine Waffenruhe und stimmten einen von der EU vermittelten Friedensplan zu.

Seit 1989 hatte Südossetien – zunächst noch im Verbund der Sowjetunion – um seine staatliche Unabhängigkeit gekämpft, am 20. September 1990 seine Souveränität erklärt und nach einem Krieg, an dem außer ossetischen und georgischen Truppen auch russische Verbände beteiligt waren, am 29. Mai 1992 die »Republik Südossetien« ausgerufen. Russland und Georgien unterzeichneten am 24. Juni 1992 ein Abkommen zur Beilegung des Konflikts, der bis zu diesem Zeitpunkt die Region verwüstet, 1000 Todesopfer gefordert und zwischen 40 000 und 100 000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht hatte. Trotz weiterer Verträge und internationaler Schlichtungsversuche ist der rechtliche Status Südossetiens bis heute ungeklärt. Eine von Tiflis eingesetzte provisorische Verwaltung  steht dem südossetischen De-facto-Präsidenten Eduard Kokoiti gegenüber. Nach dem jüngsten russischen Militäreinsatz in Südossetien spitzt sich im Sommer 2008 auch die Lage in der abtrünnigen Provinz Abchasien zu.

Wie die aktuellen Ereignisse zeigen, stellt sich die rohstoffreiche Region nach wie vor als Pulverfass und Krisenherd dar. Außer Südossetien und Abchasien waren auch das zu Georgien gehörende Gebiet  Adscharien an der Schwarzmeerküste, Nachitschewan und Nagorny-Karabach in Armenien bzw. Aserbaidschan oder das russische Nordossetien wiederholt Schauplätze militärischer Gewalt, der Vertreibung und des Todes ungezählter Zivilisten. Vor allem zwei brutale Kriege Russlands in Tschetschenien sowie die Terrorakte tschetschenischer Separatisten fanden ihren Weg auf die Fernsehbildschirme der Welt und wurden zum Symbol für die Nationalitätenproblematik am Rande des russischen Vielvölkerstaates.

Die UN sowie in wachsendem Maße die EU sind bei der Beilegung dieser Konflikte beteiligt, die UN vor allem mit der seit 1993 laufenden Mission UNOMIG, an der auch Soldaten der Bundeswehr beteiligt sind.

 


EOD-Training bei der PfP-Übung COOPERATIVE LANCER 08 in Armenien (Josef Scherz), in: TRUPPENDIENST, 2/2009, S. 172-176


PDF-Download (4.4 MB)

Blick nach Süden: Die Russische Föderation und Transkaukasien (Markus Wehner), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 144-153


PDF-Download (290 KB)

Vereinte Nationen und Europäische Union als Akteure im Südkaukasus (Magnus Pahl), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 154-163


PDF-Download (531 KB)

Georgien nach den Wahlen 2008 (Dieter Boden), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 220-231


PDF-Download (601 KB)

Tiflis - Ein Stadtporträt (Hubertus F. Jahn), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 232-243


PDF-Download (589 KB)

Die Volkswirtschaften im Kaukasus und der Kampf um fossile Rohstoffe (Dieter H. Kollmer), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 134-143


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„Die Welt von Baku“ - Zeitliche Spaziergänge in einer „südlichen Stadt“. Ein Essay von Zaur Gasimov


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Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow begrüßt den damaligen Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten Russlands, Dmitri Medwedjew (links), am Flughafenin Grosny, 16. April 2007. Foto: Picture Alliance / dpa