Militärgeschichtliches Forschungsamt   |   Sitemap   |   Impressum   |   Datenschutzhinweise
InstitutArbeitsgebietePublikationenBibliothekMuseenAktuellesKontakt


Afghanistan

Pakistan

Usbekistan

Kaukasus


Geschichte


Gesellschaft und Kultur


Aktuelles


Literatur, Karten, Diagramme


Internettipps


Kosovo

Bosnien-Herzegowina

Naher Osten

Nordafrika

Horn von Afrika

Sudan

Demokratische Republik Kongo

Auslandseinsätze der Bundeswehr

Geschichte

Schon in der Antike war der Kaukasus ein Schmelztiegel von Völkern mit reichen kulturellen und sprachlichen Traditionen, aber auch ein Kampfplatz. Im Osmanischen Reich, das seine größte Ausdehnung im 17. Jahrhundert erlebte, galt der Südkaukasus als natürliches Ziel militärischer und politischer Expansion, um von Konstantinopel aus die Küsten des türkischen »Hausmeeres« zu beherrschen. In zahlreichen Feldzügen unterwarfen die Osmanen die meisten selbstständigen Territorien an der Schwarzmeerküste und im Südkaukasus. Neben dem traditionellen Konkurrenten Persien stellte sich ihnen dabei seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert mit dem Russischen Reich eine expandierende Großmacht entgegen. Diese erwies sich im 19. Jahrhundert dem Osmanischen Reich als endgültig überlegen. Danach folgte die militärische Besetzung des Kaukasus durch russische Truppen.

Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges erlangte der Kaukasus auch für die deutsche Kriegführung Bedeutung: Nach 1914 und vor allem nach dem Zusammenbruch des zarischen Russlands 1917 und dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk 1918 sicherten kaiserliche Truppen in Georgien neben der dortigen nationalen Regierung vor allem auch lebenswichtige Rohstofflieferungen für die deutsche Kriegswirtschaft. Ähnliche Hoffnungen hegte Adolf Hitler, der 1942 der Wehrmacht den Vormarsch auf die Erdölfelder im Nordkaukasus, in Südrussland (z.B. Majkop) sowie in Dagestan und Baku befahl, seine strategischen Ziele jedoch verfehlte.

Die kurze Zeitspanne der ersten nationalen Unabhängigkeit dauerte in Georgien, Armenien und Aserbaidschan von 1918 bis 1920/21. Nachdem sich im Russischen Bürgerkrieg 1920 die Bolschewiki durchgesetzt hatten, eroberten deren revolutionäre Soldaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan. In den folgenden 70 Jahren entstanden drei Sowjetrepubliken. Gleichwohl blieben auch in der sozialistischen Gesellschaftsordnung nationale Spannungen und Gebietskonflikte erhalten: Deren Eskalation Ende der 1980er Jahre mündeten 1991 in Tiflis, Jerewan und Baku in Unabhängigkeitserklärungen und in den Zerfall der UdSSR.


Der Kaukasus in der Antike (Loretana de Libero), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 16-21


PDF-Download (271 KB)

Türkischer Einfluss und das Reich der Osmanen (Mustafa Aydin), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 22-35


PDF-Download (696 KB)

Der hundertjährige Krieg 1774-1878: Russische Expansion und zarische Herrschaft (Jörg Baberowski), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 36-45


PDF-Download (550 KB)

Der Kaukasus im Fokus der deutschen militärischen Planungen während des Ersten Weltkrieges (Ariane Aust und Gerhard P. Groß), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 46-53


PDF-Download (310 KB)

Gebirgsjäger am Elbrus: Der Kaukasus als Ziel nationalsozialistischer Eroberungspolitik (Rolf-Dieter Müller), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 54-65


PDF-Download (370 KB)

Kommunismus kaukasischer Prägung: Unabhängigkeit und sowjetische Herrschaft 1917-1991 (Bernhard Chiari), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 66-83


PDF-Download (627 KB)

Die Entstehung der unabhängigen Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan (Eva Maria Auch), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 84-105


PDF-Download (803 KB)

Tschetschenien - Nationaler Aufstand oder internationaler Terrorismus am Rande der Russischen Föderation? (Magnus Pahl), in: Bernhard Chiari (Hrsg.), Wegweiser zur Geschichte Kaukasus, Paderborn u.a. 2008, S. 106-121


PDF-Download (891 KB)

Zar Alexander II. von Russland (1818-1881), Foto: Picture Alliance / akg-images