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Protokolle des NVR der DDR und Verteidigungsräte im Warschauer Pakt
 

Militärgeschichte der DDR im Bündnis

Mit der Grundlagenforschung zur Militär- und Sicherheitspolitik sowie zu den bewaffneten Organen der DDR leistet das MGFA nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Nachkriegs-Militärgeschichte, sondern auch zur Geschichte der SED-Diktatur. Zu ihren zentralen Frage- und Untersuchungskomplexen gehören die Rolle der DDR und ihres Militärs im Warschauer Pakt, die Entwicklung der NVA als Machtinstrument der SED und als Bündnisarmee, die Sicherheitsarchitektur im SED-Staat sowie das Verhältnis von Militär und Gesellschaft in der DDR. Der Untersuchungszeitraum umfaßt rund vierzig Jahre ostdeutscher Militärgeschichte – von den Anfängen der geheimen Aufrüstung in der SBZ/DDR Ende der vierziger Jahre bis zum Ende der DDR/NVA 1990. Die Erforschung der Militärgeschichte der DDR erfolgt dabei sowohl in ihrer Eigenheit als auch im Gesamtzusammenhang der Geschichte des Kalten Krieges.

Ein Spezifikum der DDR-Militärgeschichte ist zweifellos die besondere Quellenlage. Zwar sind alle in Deutschland erhaltenen Quellen zu diesem Thema prinzipiell für die Forschung zugänglich, doch wurden vor allem Dokumente zur Bündnisdimension der ostdeutschen Sicherheitspolitik kaum überliefert. Einschlägige Materialien in russischen Archiven sind jedoch für ausländische Nutzer derzeit gesperrt. Als Ausgleich für diese partiell unbefriedigende Quellenbasis intensiviert das MGFA die Kooperation mit Historikern und Institutionen der anderen ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten, um durch vergleichende Studien zu einem Erkenntnisfortschritt zu kommen. Beredter Ausdruck dieser Zusammenarbeit war die vom MGFA mitgestaltete internationale Forschungstagung zum 50. Jahrestag der Gründung des Warschauer Paktes im Mai 2005 in Washington.

Die Forschungen zur Militärgeschichte der DDR begannen am MGFA Anfang der neunziger Jahre. Nach einem Sammelband zu den Anfängen der „verdeckten Aufrüstung“ in der SBZ/DDR 1947 bis 1952 fand die wissenschaftliche Aufarbeitung der Frühphase ostdeutscher Militärgeschichte ihre Fortsetzung in einer umfassenden Monographie zur Geschichte der Kasernierten Volkspolizei (KVP). Die von 1952 bis 1956 bestehende KVP bildete als eine „getarnte Armee“ die unmittelbare Vorläuferin der 1956 offiziell gegründeten Nationalen Volksarmee (NVA).

Gegenwärtig richtet sich das Forschungsinteresse in der Grundlagenforschung vor allem auf die Aufbau- und Konsolidierungsphase der DDR-Streitkräfte von 1956 bis Anfang der siebziger Jahre (Ulbricht-Ära). Unter besonderer Berücksichtigung der Einbindung der NVA in den Warschauer Pakt werden dazu sowohl strukturelle, organisatorische und rüstungswirtschaftliche Entwicklungen des DDR-Militärs untersucht, als auch Fragen des Personals, der Erziehung, Ausbildung und der innerer Ordnung der NVA analysiert. Diese Untersuchungen nehmen das Wechselverhältnis zwischen Militär und Gesellschaft in den Blick, fragen nach der Militarisierung der DDR, der Gesamtentwicklung des inneren und äußeren Sicherheitssystems sowie nach den Folgen rüstungswirtschaftlicher Anstrengungen der DDR. Weitere zeitlich und inhaltlich übergreifende Studien, so u.a. über die NVA als „Armee des Volkes?“ sowie zur Rolle des Nationalen Verteidigungsrates in der Ära Honecker ergänzen und erweitern diese Projekte. Festzuhalten bleibt, daß nur eine langfristig angelegte Grundlagenforschung es ermöglicht, wissenschaftlich überzeugende Aussagen zur Funktion des Militärischen in einer "realsozialistischen" Gesellschaft zu treffen.

Neben den im Mittelpunkt stehenden Projekten der Grundlagenforschung stellt das MGFA im Rahmen der historischen Bildung der Bundeswehr und auch für eine breite Öffentlichkeit wissenschaftlich fundierte, schnell verfügbare Orientierungshilfen als Zwischenergebnis zum Thema bereit. Eine Bibliographie, zwei Handbücher, zwei Konferenzbände sowie eine Arbeit über den 17. Juni 1953 sind Ausdruck dafür. Zur Zeit wird unter diesem Blickwinkel eine Studie über Planungen der NVA für einen Angriff auf West-Berlin sowie eine internetfähige Standortdatei der NVA und der Grenztruppen der DDR erarbeitet (» zur NVA-Standortdatenbank).

Seit 2001 gibt das MGFA in Zusammenarbeit mit dem Christoph Links Verlag eine eigene Reihe „Militärgeschichte der DDR“ heraus. Die Reihe verfolgt das Ziel, sowohl die Grundlagenforschung im Längsschnitt fortzuschreiben als auch Einzelprobleme in strukturellen Untersuchungen zu betrachten. Die Reihe wird kontinuierlich fortgesetzt.

Ansprechpartner: Oberstleutnant Dr. Gerhard P. Groß, Leiter Forschungsbereich IV

 

Buchtitel Unter Rotem Stern und Hakenkreuz

Buchtitel Wehrmacht und Niederlage

Buchtitel Das Lange Warten

Buchtitel Militarismus Vernichtungskrieg Geschichtspolitik

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