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Heer, Christoph: Abschrift gegenwärtiger Festungen, Frankfurt/Main 1693

Signatur: Folio 56 641

Christoph Heers FestungsAbrisse aus dem Jahr 1693 stellen die älteste bislang aufgefundene Handschrift des MGFA dar. Das wunderbare Unikat des sächsischen Hauptmanns und kurfürstlichen Ingenieurs bietet farbige Handzeichnungen von 191 europäischen Festungen und befestigten Anlagen von "Aeth" bis "Zygeth".

In einigen Karten sind Truppenaufstellungen bekannter Belagerungen eingezeichnet, etwa im Falle der ungarischen Feste Neuheusel, die am 19. August 1685 von kaiserlichen Truppen erstürmt wurde. Bei anderen Abbildungen bemühte sich Heer, ein plastisches Bild von den naturräumlichen Gegebenheiten dazulegen. Hügel, Bäume, Wasserläufe, Seen, Moore und Felder bilden einen ansprechenden Rahmen zahlreicher Festungsdarstellungen. Manche Festungen sind gar nicht in Kartenform abgebildet, sondern als kolorierte Zeichnungen, wie beispielsweise die Festung Königstein. Kanonenkugeln mit angedeuteter Flugbahn, Geschütze, denen Pulverdampf entsteigt, Schiffe, die Häfen anlaufen, die Donau hinabfahrende Boote mit ihren Ruderern, in Brand geschossene Fregatten sind nur einige der vielen Details, die dem Betrachter ein plastisches Bild der Festungen vermittelt. Die Beschriftungen sind teilweise gedruckt, in vielen Fällen jedoch mit Eisen-Gallus-Tinte aufgeschrieben (leicht gekürzt aus: Meier, Martin: Die Handschriften der Bibliothek des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, hg. v. MGFA, Potsdam 2007, S. 39f.).





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