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Art militaire, contenant Exercise, Evolutions de l’infanterie, o.O, o.J. (Ende 18. Jahrhunderts)

Signatur: ÜG 01/460

Exerzierreglements sind eine Erscheinung der Neuzeit. Die frühneuzeitlichen Staaten leisteten sich stehende Heere und bildeten ihre Soldaten systematisch und gründlich aus. Ab dem 18. Jahrhundert wurden Exerzierreglements in vielfältiger Form in vielen europäischen Staaten verschriftlicht und meist auch gedruckt.

Das vorliegende Werk liegt uns ohne Titelblatt vor, ist aber sehr wahrscheinlich ein 1770 als Sonderdruck gefertigter Auszug aus Diderots berühmter Enzyklopädie. Das Werk zeichnet sich durch sehr fein gearbeitete Kupferstiche aus. Es enthält nicht nur Exerziervorschriften für den Infanteristen, sondern darüber hinaus vielfältige Darstellungen zum Festungsbau, Ausstattung von Befestigungen mit Kanonen, Schutzvorrichtungen vor feindlichen Angriffen durch Wallanlagen und Gräben, aber auch Szenarien, wie Fortifikationen zu überwinden sind. Einflüsse der im 18. Jahrhundert aufblühenden Ingenieurkunst drücken sich in Zeichnungen, die mit Winkelangaben und ballistischen Berechnungen versehen sind, aus.

Militärgeschichtlich ist diese Art der Exerzierreglements ein Zeugnis für die taktische und strategische Schulung des frühneuzeitlichen Soldaten, der durch Drill Verhaltensformen, Waffengebrauch und geordnete Bewegungen in verschiedenen Formationen einzuüben hatte. Gefechtsübungen standen in dieser Zeit nicht im Vordergrund der Ausbildung. In einer modernen Armee wie der Bundeswehr ist vom Exerzieren und den Exerzierregeln lediglich der Formaldienst übrig geblieben, zu dem Übungen zum militärischen Grüßen, Antreten, Melden und Marschieren gehören.




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