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Loya Jirga.

 

Zum Inhalt:

Die Loya Jirga, so das weitverbreitete Verständnis, könne als traditionelles »Stammesparlament« im 21. Jahrhundert die afghanische Staatlichkeit auf eine für Afghanistan typische Weise voranbringen. Benjamin Buchholz zeigt, dass das Phänomen der Loya Jirga so einfach nicht zu fassen ist. Gestützt auf bislang unerschlossene Quellen aus Afghanistan macht Buchholz deutlich, wie die Herrschenden die Loya Jirga seit fast einem Jahrhundert nutzen. Sie dokumentierten auf den Versammlungen den eigenen Machtanspruch, ließen wichtige Beschlüsse verabschieden und schufen ein öffentliches Kommunikationsforum, mit dessen Hilfe Botschaften von Kabul aus an die afghanische Peripherie transportiert werden konnten. Jeder derartige Konvent blieb ein Spiegel der Gesellschaftsvorstellungen und der Machtkonstellation seiner Zeit und wurde entsprechend den Erfordernissen und sich ändernden symbolischen Bezügen angepasst.

Wer mit Buchholz den Weg durch Jahrzehnte vielfältiger Inszenierungen von Herrschaft beschreitet, wird begreifen, wie wechselnde afghanische Regierungen bis heute von Kabul aus die Provinzen zu beeinflussen und in eine gewünschte Richtung zu lenken suchen. Er oder sie wird gleichfalls verstehen, warum sich Afghanistan mit einer westlichen Auffassung von politischer Repräsentanz und Entscheidungsfindung allein nicht regieren lässt.

Zum Autor:

Dr. Benjamin Buchholz promovierte 2012 mit der vorliegenden Arbeit am Zentralasien-Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Sonderforschungsbereich 640 »Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel«.



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