Militärgeschichtliches Forschungsamt   |   Sitemap   |   Impressum   |   Datenschutzhinweise
InstitutArbeitsgebietePublikationenBibliothekMuseenAktuellesKontakt

Einleitung

Suchformular

Einführung und Inhalte NVA/GT


Geheimhaltung


Standorte und Bezeichnungen


Suchkategorien


Quellengrundlage


Fortschreibung

Einführung und Inhalte GSSD/WGT

Abkürzungs-
verzeichnis NVA

Abkürzungs-
verzeichnis GSSD

Karten

Kontakt

Dislozierung und Bezeichnungen von Dienststellen

Zu den wohl behüteten militärischen Geheimnissen in der NVA zählte von Anfang an die Dislozierung (Verteilung in Standorte) der Stäbe und Truppen. Die DV 010/0/012 regelte dazu eindeutig, dass „über die Dislozierung und Umdislozierung von Verbänden, Truppenteilen usw.“ nicht berichtet werden durfte. Ausgenommen davon waren in einer besonderen Anlage aufgeführte Einrichtungen, die auch mit ihren Standorten genannt werden durften. Dazu gehörten u.a. Grenzübergangsstellen, die Armeesportklubs, Kommandanturen, kulturelle Einrichtungen wie das Armeemuseum, das Filmstudio oder die Musikkorps der NVA, militärische Lehreinrichtungen wie die Militärakademie „Friedrich Engels“, die Offizierhochschulen oder das Militärgeschichtliche Institut der DDR, militärmedizinische Einrichtungen, Objekte des Militärerholungswesens, der Seehydrographische Dienst, die Wehrkommandos, Schulen der Zivilverteidigung oder dem Verteidigungsministerium direkt unterstellte Betriebe wie der Militärverlag der DDR. Zulässig war darüber hinaus auch die Nennung der Standorte des Ministeriums für Nationale Verteidigung (Berlin oder Strausberg), der Kommandos der Teilstreitkräfte der NVA (Potsdam, Eggersdorf bei Strausberg, Rostock), des Kommandos der Grenztruppen der DDR (Pätz bei Königs Wusterhausen), der Kommandos der Militärbezirke (Leipzig, Neubrandenburg) und der Hauptverwaltung der Zivilverteidigung (Berlin). Bei den Grenztruppen waren für Truppenteile und Einheiten auch weitergehende Angaben wie „an der Elbe“ oder „im Harz“ möglich. Insgesamt verteilten sich die über 1100 „NVA-Objekte“ (Führungsorgane, Kasernen, Einrichtungen, Schulen, Wehrkommandos, Lager und Werkstätten usw. – ohne Grenztruppen) auf weit über 500 Standorte in der DDR.

Dem Geheimnisschutz unterlagen aber nicht nur die Standorte der Einheiten und Dienststellen, sondern auch die Bezeichnungen für Strukturelemente der NVA, der Grenztruppen und der Zivilverteidigung. Für die Öffentlichkeit erfolgte eine Differenzierung ausschließlich durch die Verwendung der Begriffe Verband (als Synonyme dafür durften genannt werden: Mot.Schützendivision/ Panzerdivision/ Raketenbrigade/ Luftverteidigungsdivison/ Flottille/ Grenzbrigade Küste/ Grenzkommando), Truppenteil (oder: Regiment/ selbständiges Bataillon/ selbständige Abteilung/ Fla-Raketenbrigade/ Fla-Raketenregiment/ Geschwader/ selbständiges Bataillon/ Brigade/ selbständige Abteilung/ Küstenraketenabteilung/ Schiffstammabteilung/ Grenzregiment/ Grenzausbildungsregiment sowie Einheit (oder: Bataillon/ Abteilung/ Kompanie/ Batterie/ Zug/ Gruppe/ Fliegerstaffel, Hubschrauberstaffel/ Fla-Raketenabteilung/ technische Abteilung/ Flugzeug- oder Hubschrauberbesatzung/ Fliegeringenieurdienst des Geschwaders oder einer Staffel/ Küsten- und Startbatterie/ Abteilung/ Bootsgruppe/ Schiff/ Grenzbataillon/ Grenzkompanie).

Die Nennung eines dieser Strukturelemente konnte dann mit der Nennung des Traditionsnamens (soweit vorhanden) oder des Namens des Kommandeurs verbunden werden. Beispiel: Die 9. Panzerdivision in Eggesin durfte in der Öffentlichkeit nur wie folgt genannt werden: Panzerdivison „Heinz Hoffmann“ oder „Panzerverband, Kommandeur Generalmajor Erdmann“ oder „Verband Erdmann“ (1987). Standortangaben oder andere militärische Bezeichnungen suchte man also bei den oben genannten Strukturelementen in der Regel vergebens. Die Nennung von Truppenteilen, Einheiten und Einrichtungen der NVA und der Grenztruppen, die einer besonderen Geheimhaltung unterlagen, war generell verboten. Sowohl in den Standorten selbst als auch auf zivil zugänglichen Karten fanden sich zudem keine Hinweise auf Armeeliegenschaften, Kasernen oder andere militärische Dienststellen.

nach oben nach oben

Kopie einer Standortliste