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Einführung und Inhalte NVA/GT

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Gliederung und Dislozierung

Unmittelbar nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges verblieben die Armeen, Korps, Divisionen, Brigaden und Regimenter der Roten Armee, die den Bestand der "Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland" (GSBT) bildeten, auf den letzten von ihnen eingenommenen Kampfpositionen. Kurze Zeit später wurden diese Truppen im Rahmen einer Reorganisation vor allem in ehemalige Wehrmachtliegenschaften (Kasernen, Übungsplätze, Fliegerhorste, Depots, Bunker) auf dem Territorium der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) umdisloziert. Im Jahr 1945 gehörten zur GSBT: Die 1. Garde-Panzerarmee mit dem Stab in Radebeul (bei Dresden), die 2. Garde-Panzerarmee mit dem Stab in Fürstenberg/Havel, die 4. Garde-Panzerarmee mit dem Stab in Eberswalde (1946), die 2. Stoßarmee mit dem Stab erst in Parchim, danach Schwerin, die 3. Stoßarmee mit dem Stab in Stendal, die 5. Stoßarmee mit dem Stab im "Olympischen Dorf" (bei Berlin), danach Potsdam, die 8. Garde-Armee mit dem Stab in Weimar, die 47. Armee mit dem Stab in Halle, die 16. Luftarmee mit dem Stab in Woltersdorf (bei Berlin), zudem selbstständige Verbände des 1. Garde-Panzerkorps, das 11. Panzerkorps, das 2. Garde-Kavalleriekorps und die Dneprflottille (Oranienburg, Oderberg und Fürstenberg). Zum Sitz des Oberkommandos der GSBT (bisher: Potsdam) wurde 1952 Zossen/Wünsdorf bestimmt. Die Garnison Wünsdorf entwickelte sich in den Folgejahren zur größten sowjetischen Wohnsiedlung in der DDR (mindestens 35000 Bewohner). Im Verlaufe der Zeit entstanden auch in anderen Regionen/Standorten beträchtliche Truppenkonzentrierungen und größere Wohnsiedlungen, wie u.a. in Dallgow-Döberitz, Dresden, Fürstenberg/Havel, Grimma, Halle, Hillersleben, Jena, Jüterbog, Königsbrück, Magdeburg, Ohrdruf, Potsdam, Neuruppin, Neustrelitz, Schwerin, Vogelsang (Templin), Weimar, Wittenberg und Zeithain.

Die Zusammensetzung der sowjetischen Truppen in der SBZ/DDR veränderte sich permanent sowohl nach der Zahl der zu ihnen gehörenden Armeen, Divisionen, Brigaden und Regimenter, als auch nach dem Verhältnis zwischen den verschiedenen Waffengattungen. Noch in der unmittelbaren Nachkriegszeit verließen u.a. zwei Armeen (die 5. Stoßarmee und die 47. Armee) sowie die Dneprflottille das Territorium der SBZ. Anstelle der 2. Stoßarmee wurde die 4. Mechanisierte Garde-Armee eingefügt. In In Forst Zinna (bei Jüterbog) richtete sich der Stab der 3. Garde-Mech. Armee, spŠter 18. Garde-Armee, ein. Ende der 1940er Jahre waren etwa 600000 sowjetische Soldaten in der SBZ/DDR stationiert. Mitte der 1950er Jahre kam es zu einer Reduzierung der sowjetischen Truppen in der DDR, die 1954 die Bezeichnung "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" (GSSD) erhalten hatten. 1956 verließen Verbände und Truppenteile in einer Stärke von rund 33500 Mann die DDR, darunter der Stab der 18. Armee (Forst), Panzerregimenter aus Weimar, Schützen- und Panzertruppen aus Magdeburg und Potsdam sowie Truppen der Luftstreitkräfte, u.a. die 200. Schlachtfliegerdivision aus Brandenburg/Havel. 1957/58 wurden nochmals etwa 42000 Mann in die UdSSR zurückverlegt, darunter die Angehörigen eines Artillerieregiments aus Cottbus, eines Mot. Schützenregiments aus Fürstenwalde und einer Flakdivision aus Brandenburg/Havel. 1959 stationierte die UdSSR (ohne Wissen der DDR-Führung) in Fürstenberg/Havel und Vogelsang (bei Templin) für kurze Zeit erstmals atomar bestückte Raketen. Vor dem Hintergrund der sowjetischen Militärdoktrin, der in lokalen Konflikten gewonnenen militärischen Erfahrungen, der Entwicklungen in den NATO-Streitkräften sowie neuer waffentechnischer Herausforderungen reagierte die GSSD mit wiederholten Strukturveränderungen – sowohl mit dem Aufbau neuer Truppenteile und Einheiten als auch mit dem Abzug von Truppen und Kampftechnik. So verließen in der Zeit vom 6. Oktober 1979 bis zum 25. Juli 1980 20000 sowjetische Militärangehörige und 1000 Panzer die DDR, darunter die 6. Garde-Panzerdivision (Wittenberg). Kurze Zeit später fand zudem eine größere Umgliederung von GSSD-Truppen statt. Die Anzahl der Panzerdivisionen erhöhte sich bei gleichzeitiger Reduzierung der Mot. Schützendivisionen. So wurde aus der 14. Garde-Mot. Schützendivision die 32. Gardepanzerdivision und aus der 6. Mot. Schützendivision die 90. Gardepanzerdivision. Die 10. Garde-Panzerdivision verlegte von Krampnitz (bei Potsdam) nach Altengrabow. Im Rahmen der Eskalation der Raketenrüstung in Europa erfolgte 1983/84 u.a. die Verlegung von Truppenteilen mit operativ-taktischen Raketenkomplexen aus der UdSSR in den Raum Königsbrück und Bischofswerda sowie in den Raum südöstlich von Waren und südöstlich von Neustrelitz.

Gemäß einer Ankündigung von Michail Gorbačёv vom Dezember 1988 sollten bis 1991 vier Panzerdivisionen und Einheiten mit ausgesprochenem Offensivcharakter (z.B. Luftsturmkräfte) in einer Gesamtstärke von etwa 24000 Mann aus der DDR abgezogen werden. In diesem Zusammenhang verließen 1989 u.a. die 25. Panzerdivision (Vogelsang) und die 32. Gardepanzerdivison (Jüterbog), drei Luftsturmbataillone, ein Panzerausbildungsregiment (Krampnitz), ein Nachrichtenausbildungsregiment (Werder), zwei Schulen (Glau/Brandenburg). zwei Bataillone Chemische Abwehr (Magdeburg/Gera), zwei Landeübersetzbataillone (Halle/Magdeburg), die 157. Fla-Raketenbrigade (Priemerwald) sowie zwei Bombenfliegergeschwader (Brand/Großenhain) die DDR. Bis Ende 1990 zogen die 7. Gardepanzerdivision (Roßlau), zwei Panzerausbildungsregimenter (Königsbrück/ Forst Zinna), ein Mot. Schützenausbildungsregiment (Krampnitz), die 35. Luftsturmbrigade (Cottbus), ein Bataillon Chemische Abwehr (Neuruppin), ein Luftsturmbataillon (Burg) sowie ein Aufklärungsfliegergeschwader und eine Schule der Luftstreitkräfte ab. Der ursprünglich ebenfalls für 1990 geplante Abzug der 12. Panzerdivision (Neuruppin) erfolgte erst im Jahr 1991 – dann bereits aber im Rahmen des planmäßigen Abzugs der sowjetischen/russischen Truppen (seit Juni 1989 "Westgruppe der Truppen" [WGT], mitunter auch als "Westgruppe der Streitkäfte" [WGS] bezeichnet) aus dem wiedervereinigten Deutschland.

Im Oktober 1990 gehörten zur WGT:
die 1. Garde-Panzerarmee (Dresden) mit der 20. Garde-Mot. Schützendivision (Grimma), der 9. Panzerdivision (Riesa) und der 11. Garde-Panzerdivision (Dresden); die 2. Garde-Panzerarmee (Fürstenberg/Havel) mit der 21. Mot. Schützendivison (Perleberg), der 94. Garde-Mot. Schützendivision (Schwerin), der 207. Mot. Schützendivision (Stendal) und der  (Stoß)-Armee (Magdeburg) mit der 7. Garde-Panzerdivision (Roßlau), der 10. Garde-Panzerdivision (Altengrabow), der 12. Garde-Panzerdivision (Neuruppin) und der 47. Garde-Panzerdivision (Hillersleben); die 8. Garde-Armee (Nohra bei Weimar) mit der 27. Garde-Mot. Schützendivision (Halle), der 39. Garde-Mot. Schützendivsion (Ohrdruf), der 57. Garde-Mot. Schützendivision (Naumburg) und der 79. Garde-Panzerdivision (Jena); die 20. Garde-Armee (Eberswalde-Finow) mit der 35. Mot. Schützendivision (Krampnitz bei Potsdam), der 90. Garde-Panzerdivision (Bernau) und der 6. Garde-Mot. Schützenbrigade (Berlin-Karlshorst); die 16. Luftarmee (Wünsdorf) mit der 6. Garde-Jagdfliegerdivision (Merseburg), der 16. Garde-Jagdfliegerdivision (Ribnitz-Damgarten), der 126. Jagdfliegerdivision (Zerbst), der 125. Jagdbombenfliegerdivision (Rechlin) und der 105. Jagdbombenfliegerdivision (Großenhain); die 34. Artilleriedivision (Potsdam) sowie zahlreiche Raketen- und andere Kampf- und Kampfunterstützungsbrigaden. Seestreitkräfte waren zu keiner Zeit der GSSD/WGT unterstellt gewesen.

Insgesamt befanden sich im Herbst 1990 in den fünf neuen Bundesländern und in Berlin (Mitte, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Köpenick, Pankow, Treptow, Weißensee, Lichtenberg, Hellersdorf und Mahrzahn) etwa 1500 Liegenschaften der WGT, die eine Gesamtfläche von rund 290000 ha in Anspruch nahmen und damit ca. 2,7 % des Territoriums im Osten Deutschlands entsprachen. Darunter waren neben Dienstgebäuden, Kasernen, Fernmeldeeinrichtungen, Depots, Lager, Bunker, Übungsplätzen, Reparaturwerken usw. auch hunderte Wohnsiedlungen. Mit weit über 300 Liegenschaften (324) war von Anfang an der Anteil der Präsenz der sowjetischen/russischen Truppen auf dem Territorium des heutigen Landes Brandenburg (ehemalige DDR-Bezirke Potsdam, Frankfurt/Oder und Cottbus) am stärksten gewesen, gefolgt von Sachsen-Anhalt (271), Sachsen (165), Thüringen (128), Mecklenburg–Vorpommern (127) und Berlin (11). Nach dem Stand vom 1. Januar 1991 hatte die WGT (nach eigenen Angaben) einen Gesamtpersonalbestand von 546200 Personen, davon 337800 Soldaten und 208400 Zivilangestellte bzw. Familienangehörige. Sie wurden ebenso wie die mehr als 4100 Kampfpanzer, fast 8000 gepanzerten Fahrzeuge, rund 3600 Artilleriesysteme, mehr als 600 Flugzeuge, die über 600 Hubschrauber, 95000 Kraftfahrzeuge und die rund 677000 Tonnen Munition bis Ende August 1994 aus Deutschland abgezogen.
 

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Karte Stationierung der WGT